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Negativzinsen auf Spareinlagen – was Sie darüber wissen sollten


veröffentlicht am 11.12.2019 von



Banken erheben Negativzinsen auf Spareinlagen

Seit einiger Zeit werden Sparer bei einigen Banken für ihre Ersparnisse bestraft, denn der Negativzins ist im Kommen. Doch was bedeutet das Ganze überhaupt? Welche wirtschaftlichen Auswirkungen sind zu befürchten und was heißt das für die Zukunft?

Was sind Negativzinsen?

Negativzinsen, im allgemeinen Sprachgebrauch auch als Strafzinsen bezeichnet, werden von den Banken auf erspartes Geld erhoben. Dies bedeutet, dass eine Rendite auf die Ersparnisse angerechnet wird, die weniger als null Prozent beträgt. So bekommen Sparer also kein Geld mehr von der Bank für ihre Rücklagen, sondern müssen stattdessen Zinsen an die Bank zahlen, weil diese ihr Geld aufbewahrt.
 
In vielen Fällen werden die Negativzinsen nicht als Strafzinsen geführt, sondern als Verwahrgeld oder schlicht als Kontoführungsgebühren getarnt. Unter dem Strich steckt bei allen aber das gleiche Prinzip dahinter.

Was ist der Sinn von Strafzinsen?

Der Abfall der Inflation, wie er nach der geplatzten Immobilienblase in den Jahren 2007 und 2008 geschah, ist einer der Gründe, warum die Banken heutzutage Negativzinsen erheben. Innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne sank die Inflation von mehr als 4 Prozent in den Negativbereich. Und an diesem Punkt schaltete sich die Europäische Zentralbank ein, um die Inflation auf ein Niveau von rund 2 Prozent zu bringen.
 
Die EZB kann unterschiedlich auf eine fallende Inflation reagieren. So kann sie den Leitzinssatz senken, was zu günstigeren Kreditzinsen, aber auch zu niedrigeren Sparzinsen führen kann. Eine zweitere Möglichkeit stellen Anleihekäufe dar. Dies bedeutet, dass die EZB Wertpapiere bei Geschäftsbanken ankauft. Sinn ist, dass der Geldumsatz steigt, was wiederum einen sinkenden Zinssatz zur Folge hat. So gibt es seit dem Jahr 2014 den negativen Einlagenzins und der Strafzins der Europäischen Zentralbank beträgt zurzeit rund 0,4 Prozent. Und für das Leihen von Geld bei der EZB müssen Banken nichts bezahlen. Auf diese Weise soll die Wirtschaft angekurbelt und neue Investitionen angestoßen werden.
 
Straf- oder Negativzinsen auf Erspartes dienen also dazu, die Kosten der Banken zu decken. Denn immer niedrig verzinste Kredite sorgen dafür, dass kaum noch Gewinnmargen für die einzelnen Banken übrigbleiben.

Werden auf alle Einlagen Negativzinsen erhoben?

Nein, nicht generell. Umfragen unter den Geldinstituten haben allerdings gezeigt, dass rund jede zweite Bank Negativzinsen von ihren Kunden verlangt. Dies betrifft sowohl Geschäftskunden als auch Privatanleger.

Wie sieht die Zukunft des Negativzins aus?

Ein Trend, wie es mit den Negativzinsen weitergeht, lässt sich nicht voraussagen. Alles hängt davon ab, wie sich die Wirtschaftslage in Europa entwickelt und wie die Verschuldung der einzelnen Staaten in der Zukunft ausfällt. Im Sommer 2019 hat die Europäische Zentralbank verlauten lassen, dass bis 2020 keine Änderung in Sicht ist.

Wie lässt sich den Negativzinsen entgegenwirken?

Natürlich können Sie darüber nachdenken, Ihre Einlagen zu einer anderen Bank zu transferieren, welche noch nicht die Negativzinsen verlangt. Aber diese Vorgehensweise hat einen entscheidenden Haken: Kommen mehrere Sparer auf die Idee, so steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch die neue Bank auf längere Sicht gesehen Strafzinsen erheben wird.
 
Eine bessere Alternative ist sicherlich, die eigenen Rücklagen in Kapitalanlagen zu investieren. Dafür bieten sich Aktien, Anleihen und Immobilien an.
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