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Besteuerung von Aktiengewinnen in Deutschland – was es darüber zu wissen gibt!


veröffentlicht am 05.02.2020 von


Gewinne aus Aktien sind generell steuerpflichtig, was für Dividendenerträge, Kursgewinne und Kapitalvermögen gleichermaßen gilt. Doch was ist dabei zu beachten und welche Regelungen bestehen im Steuerrecht? Wie werden Aktiengewinne richtig versteuert und gibt es auch steuerfreie Gewinnerträge?

Wie werden Aktienerträge versteuert?

Bis zum Jahre 2009 griff bei Erträgen, die aus dem Aktienhandel resultieren, die Spekulationssteuer. Dies hat sich geändert und nun unterliegen solche Gewinne der sogenannten Abgeltungssteuer. Es handelt sich um eine Quellensteuer, sodass die Steuerabfuhr direkt vom Aktiendepot aus erfolgt. Dies wird durch das depotführende Institut oder den Online-Broker durchgeführt. So entfällt die Pflicht, weitere Gewinnangaben zu diesem Punkt in der Steuererklärung zu machen.

Wie hoch ist die Abgeltungssteuer?

Die Abgeltungssteuer liegt bei 25 Prozent. Für Kleinanleger kann es sich lohnen, den Sparerfreibetrag in Anspruch zu nehmen. Dieser Freibetrag liegt für Alleinstehende bei 801 Euro und für Ehepaare bei 1.602 Euro. Um in den Genuss dieses steuerlichen Vorteils zu kommen, muss ein spezieller Freistellungsauftrag ausgefüllt werden. Aber Vorsicht: Wurde der Sparerfreibetrag schon für Sparanlagen in voller Höhe ausgenutzt, so ist dies nicht noch einmal für Aktienerträge möglich. Der Sparerpauschbetrag gilt für Sparanlagen und Aktien.

Was geschieht mit den Verlusten bei Aktiengeschäften?

Wie bereits erwähnt, wird die Abgeltungssteuer direkt von der Bank an das Finanzamt abgeführt. Dabei werden auch die Verluste, die bei einem Aktiengeschäft aufgetreten sind, beachtet. So erfolgt eine Verrechnung von Verlusten und Gewinnen, bezogen auf den Aktienhandel.

Was sind die Vorteile der Abgeltungssteuer?

Die Abgeltungssteuer besticht durch einige Vorteile im Vergleich zu der vorher angewandten Spekulationssteuer. So ergibt sich ein einheitlicher Steuersatz, der für alle Einkommensklassen gleich ist. Für Aktieninhaber wird der bürokratische Aufwand gesenkt, da die jeweilige Depotbank für die Versteuerung zuständig ist. Ein weiterer Vorteil ist, dass auch Verluste angerechnet werden.

Wie sieht die Regelung auf internationaler Ebene aus?

In vielen anderen Ländern gilt ebenfalls eine Quellensteuer bei der Besteuerung von Aktienerträgen. Bei internationalen Anlagen besteht das Risiko, dass diese doppelbesteuert werden. Die Depotbank im Ausland führt die Abgeltungssteuer direkt ab, während der Gewinn zusätzlich als Einkommen auf der Steuererklärung in Deutschland angegeben werden muss. In vielen Fällen ist eine Rückerstattung der Steuern möglich. Die Formulare für die Rückerstattung der doppelt gezahlten Steuern stellt das Bundeszentralamt für Steuern, kurz BZSt., zur Verfügung.
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